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Glossar:
ABSCHRECKEN: Das schnelle Abkühlen in Wasser oder Öl.

AUSTENIT: Stahlstruktur vor dem Härten.
 

AUSTENITISIEREN: Auf Härtungstemperatur bringen und diese Temperatur eine bestimmte Zeit halten
AUFDAMPFEN: Auch bekannt als CVD-Verfahren (chemische Gasphasenabscheidung) und besteht aus den extrem verschleißfesten Beschichtungsmaterialien Titancarbid (TiC) oder Titannitrid (TiN). Ein Film von 2 - 20 Mikron wird in einem Reaktorbehälter bei Temperaturen zwischen 800 und 1050 °C „aufgedampft“. Es gibt verschiedene Varianten wie beispielsweise Chrom- und Wolframcarbid, -nitrid und -borid. Das Härten kann häufig mit dem CVD-Verfahren kombiniert werden, wobei im Allgemeinen luftgehärteter Stahl benutzt wird. Beim PVD-Verfahren (physikalische Gasphasenabscheidung) wird bei niedrigeren Temperaturen (zwischen 80 und 150 °C) „aufgedampft“. Die Schichtstärke beträgt 2 - 5 Mikron. Dieses Verfahren wird zur Beschichtung von Bohrern, Fräsen und Reibahlen angewandt, die häufig vorab gehärtet werden.
ANLASSEN: Die Spannungen, welche durch das Härten entstanden sind, werden durch erneutes Erhitzen mit einem geringen Härteverlust entfernt.

AUFKOHLEN: Siehe Karburieren.
AUSSCHEIDUNGSHÄRTUNG: Ausscheidungshärtung wird auf Legierungen mit einem oder mehreren Elementen angewandt, welche in der Matrix schwer löslich sind. Hierbei handelt es sich häufig um Edelstahlvarianten.
ALTERUNG: Gehärteten Stahl lange Zeit einer Temperatur unter ca. 120 °C aussetzen. Zwischenzeitlich in kaltem Waser abkühlen, um langsame Veränderungen der Feinstruktur zu erreichen, die auf lange Sicht kleine Größenveränderungen (z.B. Kaliber) weitestgehend vermeidet. Ein starker Effekt wird mit Tiefkühlung erreicht.
BANDDURCHLAUFOFEN: Langer Ofen, in welchem die Werkstücke über Ketten, Bänder, Rollen oder durch Stoßen durch den Ofen transportiert werden (Massenproduktion). 
Gewöhnlich ist ein Abschreckbad in der Produktionslinie integriert, wonach die Werkstücke über ein zweites Förderband die Installation verlassen.

BAINITISCH HÄRTEN: Nach dem Austenitisieren, Abkühlen in einem heißen Medium von ca. 240 - 350 °C und anschließendes Halten der Werkstücke für einen längeren Zeitraum auf dieser Temperatur. Gefolgt von weiterer Abkühlung auf Raumtemperatur mit dem Ziel, eine maximale Zähigkeit zu erreichen. Eine Vergütung ist anschließend nicht mehr notwendig.
DIFFUSION: Das Verschieben von Teilchen (Atomen) von einem Material in ein anderes und umgekehrt, wodurch beim HT-Löten ein allmählicher Übergang in der Materialzusammensetzung auftritt. Das Phänomen tritt auch in thermochemischen Prozessen auf.
ENTKOHLEN: Brennen des Kohlenstoffs aus der Stahloberfläche im rotglühenden Zustand, wodurch unter anderem eine hässlich aussehende und zu geringe Härte entsteht. Daher muss die Luft durch Erhitzung unter Schutzgas oder im Vakuum von der Stahloberfläche ferngehalten werden.
FERRIT: Weiche Eisenkristalle.
FLACHGLÜHEN: Durch einen Glühprozess Werkstück eben(er) machen. Hierzu werden während des Glühprozesses Gewichte auf dem Werkstück angebracht. 

FLAMMHÄRTEN: Hierbei variiert die Stahloberfläche bis zu einer Tiefe von 2 bis 10 mm. Sie wird mit einem Brenner schnell erhitzt und dann sofort mit Wasserspray abgeschreckt. Dieser Prozess wird in der Regel im Maschinenbau mit niedriger legierten Stahlsorten wie C45 oder 1.7033 angewandt. 

FORMVERÄNDERUNG: (Verwerfung) Veränderung der Größe oder Form eines Werkstücks durch die Wärmebehandlung.
GASNITRIEREN: Aufnahme von Stickstoff bis zu einer Tiefe von ca. 0,6 mm. Der Prozess dauert lange und ist nur für spezielle Nitrierstähle anwendbar.

GESTUFTES HÄRTEN: Nach dem Austenitisieren abkühlen in einem heißen Medium, kurze Zeit auf Temperatur halten und danach an der Luft abkühlen lassen. Anschließend muss noch vergütet werden. Diese Methode hat eine minimale Verformung und Vermeidung von Rissen zum Ziel.
HÄRTEN: Austenitisieren und Abkühlen mit einer solchen Geschwindigkeit, dass in einem Großteil des Werkstücks durch Martensitformung eine Erhöhung der Härte eintritt.

HÄRTBARKEIT: Abhängig von der Legierung, den Abmessungen des Werkstücks sowie dem Abkühlmedium kann Stahl bis zum Kern oder bis zu einer bestimmten Tiefe gehärtet werden. Die realisierte Härtbarkeit wird mit dem Stirnabschreckversuch (nach Jominy) bestimmt.

HARTLÖTEN: Eine Form des Hochtemperaturlötens, wodurch eine sehr hochwertige Komposition entsteht, die in einem Hochvakuum angewandt werden kann.
 
HAUBENOFEN: Hierin werden die zu härtenden Werkstücke auf einen festen Boden gestellt, wonach die Haube über sie gesetzt wird. Beispiele sind das Härten von Drahtrollen und Bandstahl

HT-LÖTEN: Dies bezieht sich auf alle Lötverbindungen ab einer Temperatur von ca. 800 °C.
INDUKTIONSHÄRTEN: Über eine Stromspule wird durch das wechselnde Magnetfeld und den Widerstand des Stahls Hitze entwickelt, die den Stahl bis zu einer bestimmten Tiefe unter der Oberfläche (etwa 1 bis 5 mm) härtet. Dieser Prozess wird eingesetzt, um einen örtlich begrenzten Bereich zu härten.

ISOTHERMISCHE UMWANDLUNG: Nach dem Austenitisieren abkühlen in einem heißen Medium und dann das Werkstück für einen langen Zeitraum auf dieser Temperatur halten. Anschließend wird an der Luft mit dem Ziel auf Raumtemperatur abgekühlt, eine maximale Zähigkeit zu erhalten. Eine Vergütung ist anschließend nicht mehr notwendig.
KARBURIEREN: (Auch als Einsatzhärten oder Zementieren bezeichnet). An der Oberfläche von Stahl mit geringem Kohlenstoffgehalt werden über ein Gas, Pulver oder Salz C (Kohlenstoff) Atome in die Außenhaut diffundiert. Nach schneller Abkühlung entsteht eine harte Schicht mit einer Stärke von bis zu ca. 3 mm.

KARBONITRIEREN: Aufnahme von Kohlenstoff und Stickstoff in den Stahl, wobei die Kohlenstoffaufnahme dominiert. Innerhalb kurzer Zeit wird eine Schichtstärke von ca. 0,2 mm erreicht.
KAMMEROFEN: Gas- oder elektrisch beheizt. Dieser Ofentyp wird häufig in Werkzeugfabriken, Glühbetrieben und vielen anderen Industriezweigen benutzt.

KOHLENSTOFF (C): Unverzichtbares Element zum Härten von Stahl. Der weiche Kohlenstoff (Graphit) ist nicht als solcher im Stahl vorhanden, hat sich jedoch mit dem gegenwärtigen Eisen (Ferrit) zu Eisencarbid verbunden.
LUFTUMWÄLZOFEN: Ausgestattet mit einem Ventilator, um auch bei niedrigeren Temperaturen eine gute Wärmeübertragung zu garantieren. 

LEDEBURIT: Ein Überschuss an Kohlenstoff, der außerhalb des Zementits als sogenanntes Doppel- oder Komplexcarbid vorkommt.
Ledeburit ist schwer löslich und sehr hart.
LÖSUNGSGLÜHEN: Dient dazu, um eventuelle Absonderungen zu lösen.

MARTENSIT: Stahlstruktur nach dem Härten.

MAGNETISCHES GLÜHEN: Die Beeinflussung der magnetischen Eigenschaften (meist Reduzierung) von Stahl durch einen Glühprozess.
NITRIEREN: In der Oberfläche des Stahls während des Glühprozesses (aus einem Stickstoff abgebenden Medium), Stickstoff diffundieren lassen, wodurch eine dünne, besonders abriebfeste und Harte Beschichtung entsteht. 

NITROKARBONIEREN: Aufnahme von sowohl Stickstoff wie auch Kohlenstoff im Stahl, wobei die Stickstoffaufnahme dominiert. Hier sind viele Varianten möglich. 

NITROTEC®: Das Nitrokarbonieren von nicht oder gering legiertem Material, gefolgt von Oxidationsbehandlung.
Hierdurch entsteht eine harte Oberfläche mit korrosionsbeständigen Eigenschaften.
PATENTIEREN: Wärmebehandlung von Draht und Bandstahl, um vor dem Kaltziehen eine günstige Struktur zu erhalten.

PERLIT: Ausgangsstruktur von Stahl in weichem Zustand, besteht aus Ferrit und Eisen/Kohlenstoffkarbiden (das sogenannte Zementit).

PLASMANITRIEREN: Hierbei wird leitendes Nitriergas verwendet und das Werkstück dient in einer Retorte als Kathode. Hierdurch entsteht ein Plasma aus Stickstoffionen, welche die Oberfläche „bombardieren“. Auf diese Weise kann auch karboniert werden (Plasmakarbonieren).

POLYMERE: Synthetische Abschreckmittel mit einstellbarer Abkühlgeschwindigkeit.
REDUKTION: Unter dem Einfluss einer Vakuumatmosphäre oder Gas (häufig Wasserstoff) wird die Oberfläche eines Werkstücks hell.

RESTAUSTENIT: Während des Härtens wird nicht alles Austenit in hartes Martensit umgewandelt, wodurch ein bestimmter Prozentsatz Restaustenit verbleibt.
SCHUTZGASHÄRTEN: In Öfen mit einer Retorte wird das Werkstück in einer Schutzgasatmosphäre gehärtet, wodurch die Oberfläche nicht beschädigt wird. Anstelle inerter Gase können auch sogenannte aktive Gase zugefügt werden, womit beispielsweise nitriert oder karboniert werden kann.
SCHACHTOFEN: Ofen mit zylindrischem Querschnitt, der oft im Boden eingelassen ist. Eignet sich insbesondere zur Wärmebehandlung langer und zylindrischer Werkstücke.

SPANNUNGSARMGLÜHEN: Minimierung der internen Spannungen durch Glühbehandlung. Diese Spannungen sind während der Stahlerzeugung oder Verarbeitung entstanden.

STAINIHARD®: Nitrokarbonierprozess für austenitischen Edelstahl. Haerten von Edelstahl
TIEFKÜHLEN: Stahl direkt nach dem Härten in beispielsweise flüssigen Stickstoff geben, um eine so vollständig wie mögliche Transformation von Austenit in Martensit zu erreichen. Restaustenitreduzierung mit dem Ziel, die Volumenzunahme des Werkstücks über Zeit zu minimieren. 

THERMOCHEMISCHE HÄRTUNGSPROZESSE: Sammelbezeichnung für Prozesse, bei denen von außen andere Elemente in die Stahloberfläche diffundieren, beispielsweise: Nitrieren, Karbonieren, Chromieren usw.
VAKUUMHÄRTEN: Hierbei wird das Werkstück in einem Ofen mit Vakuumatmosphäre erhitzt. Hierdurch bleibt die Oberfläche vollkommen blank. Nachdem das Werkstück unter Vakuum mit Stickstoff austenitisiert wurde, wird es unter hohem Druck abgeschreckt. Hierbei werden Abkühlgeschwindigkeiten erreicht, die durch Ölabkühlung ersetzt werden können. 

VEREDELN: Nach dem Härten hohes Anlassen > 500 °C, wodurch eine „zähharte“ feine Veredelungsstruktur entsteht. Der Prozess hat einen weiten Anwendungsbereich im Maschinen- und Motorenbau.
ZEMENTIT: Verbindung von Eisen und Kohlenstoff. Beispiele sind: Chromcarbid, Vanadiumcarbid usw.
 
 
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